New Nimbus movie!
Closing part in Nimbus Independents' ContrastCHRIS BENCHETLER UND DER NEUE BENT CHETLER
Ursprünglich wollte Chris Benchetler Slalomweltmeister werden. Weil ihm das Trainieren auf die Nerven ging, sattelte er auf Held der Freeski-Szene um und entwarf für Atomic den perfekten Powder-Ski. Warum dem 22-Jährigen alles so leicht von der Hand geht? Das hat mit einem bedeutungsschweren Glücksbringer zu tun, den er immer bei sich trägt.
Mammoth Mountain, Kalifornien, ein kalter Jännertag anno 1999. Am Pistenrand steht ein kleiner, dicklicher Junge mit blauem Skianzug und viel zu großen Fäustlingen und heult. Weil: Es ist kalt. Der Schnee ist rutschig. Die Skier wollen nicht wie er. Die anderen Kinder fahren alle schon viel besser. Und überhaupt. „Mein erster Skitag war echt zum Wegschmeißen“, lacht Chris Benchetler. Heute ist er 22, Profi-Freeskier, Hauptdarsteller einiger der genialsten Freeski-Videos und Liebling von Sponsoren und Fans. Und das Skifahren? Das ist für ihn „mein Leben geworden. Es bedeutet Kreativität und Freiheit für mich, und dass man tun kann, was man möchte.“ Sein erster Skitag ist bei den Benchetlers trotzdem oder gerade deswegen zur regelmäßig zitierten Familien-Anekdote geworden, „sodass ich heute selber nicht mehr weiß, ob ich mich dran erinnern kann oder es mir nur so oft erzählt wurde.“
Familie: Dieses Wort fällt oft, wenn Chris Benchetler aus seinem Leben erzählt. Die Beziehung zu seinem älteren Bruder Peter, einem Profi-Snowboarder, ist eng, noch prägender war aber die zu seinem Vater Victor, einem Bauarbeiter und Ski-Aficionado, der an Krebs starb, als Chris 16 war: „Von ihm habe ich alles gelernt, was ich übers Leben weiß. Dass man sich Ziele setzen und hart für sie arbeiten muss. Dass man in seinem Job ehrgeizig, aber fair zu anderen sein soll. Und natürlich habe ich von ihm die Begeisterung fürs Skifahren geerbt.“ Die Vater Victor auch freudig gefördert hat: „Sein Traum war, dass ich den großen Durchbruch schaffe und ein Star im Weltcup werde. Dafür sind wir von Rennen zu Rennen gefahren, und wenn ich dafür mal die Schule schwänzen musste, hat er ein Auge zugedrückt. Aber dann, mit 16, hatte ich immer weniger Lust zu trainieren und wollte lieber mit den anderen Freeskiern ins Backcountry.“ Chris’ Begeisterung für die neue Stilrichtung schlug sich verzögerungsfrei in Erfolgen nieder: Gleich im ersten Jahr erhielt er einen Sponsorvertrag und gutes Geld für eine Tätigkeit, die ohnehin seine Leidenschaft war: das Skifahren.
Sich weiterentwickeln, an seine eigenen Grenzen gehen, immer besser werden: Dieser Ehrgeiz treibt Chris täglich an. Er ist auch der Grund dafür, dass er nun seinen eigenen Ski fährt: den „Bent Chetler“. „Als mich ATOMIC unter Vertrag nahm, hatten wir relativ schnell die Idee, gemeinsam den perfekten Ski zu bauen. Einen Rocker-Ski, der alle Eigenschaften verbindet, die ich an den besten Skiern geliebt habe, die ich je gefahren bin. Und zusätzlich noch ein paar Dinge kann, die ich an diesen Skiern vermisst habe.“ Nach eineinhalb Jahren gemeinsamer Entwicklungszeit entstand ein Seitenwangen-Ski mit Holzkern, reichlich Auftrieb und großem Flex, der das Surfen im Tiefschnee zum Kinderspiel und trotzdem auch auf weichen Alpinpisten gute Figur macht. „Am Anfang haben wir Ideen hin- und hergemailt, dann bin ich etliche Prototypen probegefahren.“ Am Ende setzte sich ein Twintip-Modell durch, dessen Rocker-Bauweise seinen Fahrer gleichsam im Tiefschnee schweben lässt – und durch die negative Vorspannung unter der Bindung starken „Pop“ und mehr Stabilität ermöglicht. Chris war begeistert – und konnte nun sein grafisches Talent ins Spiel bringen: Er entwarf das mit zahlreichen Insider-Gags über sein Leben gespickte Design des ATOMIC Bent Chetler: Zu entdecken gibt es unter anderem ein surfendes Mammut (als Reminiszenz an seinen Heimatort und sein Surf-Hobby) sowie eine stilisierte Zeichnung des Tokioter U-Bahn-Netzes und der berühmten „Großen Woge“ von Hokusai (als Hinweis auf Chris’ Japan-Faible, wegen dem er sogar ein Japanologie-Studium begonnen hat).


